Die Geschichte Babelsbergs (Langfassung)
     
1375   Erste Nennung von Neuendorf (Nygendorp) und Klein-Glienicke (parva Glinik) im Landbuch Karls IV.
     
1750   Befehl Friedrichs II. zum Bau von Nowawes
     
1751   Beginn der 1. Bauphase: Errichtung von 155 Häusern in 5 Straßen und am Kirchplatz unter Verantwortung des Obersten von Retzow
     
1753   Einweihung der Friedrichskirche (6. Mai ). In Nowawes stehen bereits 100 Häuser. In Klein-Glienicke siedeln sich 30 Kolonistenfamilien an. Es sind in der Mehrzahl Tagelöhner, die brachliegendes Land bekommen.
     
1764   Beginn der 2. Bauphase: Errichtung von 50 Häuser in 2 neuen Straßen für Bauhandwerker
     
1767   Nowawes hat 205 Häuser, etwa 1100 Einwohner, davon 228 Böhmen.
     
1780/83   Errichtung von Maulbeerplantagen in und um Nowawes auf Erlass des Königs
     
1795   Nowawes wird zum „Dorf im Landkreis Teltow“ erklärt.
     
1808/10   Reformen bringen u. a. Aufhebung des Kolonialstatus und Gewerbefreiheit.
     
1818   Bau der ersten Häuser in der Großbeerenstraße
     
1833   Beginn der Planung des Parks Babelsberg durch Lenné, spätere Umgestaltung zum englischen Landschaftsgarten durch Pückler-Muskau
     
1834   Beginn des Baus von Schloss Babelsberg durch Schinkel
     
1838   Eröffnung der Eisenbahnstrecke Berlin-Potsdam
     
1844   Beginn des großen Weberelends in Nowawes
     
1853   Einweihung der Neuendorfer Kirche (Oktogon)
     
1855   Errichtung einer Musterwerkstatt für Weber durch Regierungsrat Wichgraf
     
1862   Beginn der Industrialisierung in Neuendorf und Nowawes
     
1866   Eröffnung einer Bahnstation für Nowawes und Neuendorf
     
1873   Gründung der Villenkolonie Neubabelsberg
     
1874   Verlegung des Sitzes des Oberlinvereins von Berlin nach Nowawes und Gründung des Oberlinhaus
     
1881   Erste Niederlassung eines Arztes in Nowawes auf Initiative des Oberlinverein und Nowaweser Unternehmer
     
1891   Errichtung des Fernsprechbetriebes im Postamt Nowawes
     
1892   Beginn der Verlegungsarbeiten für die Trinkwasserversorgung in Nowawes und Neuendorf
     
1893/94   Fertigstellung des Neuendorfer Rathauses Fertigstellung des Kinderkrüppelheims des Oberlinhauses Ein Viertel der Weber ist arbeitslos.
     
1899   Gründung der Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel Fertigstellung des Nowaweser Rathauses Einweihung der Bethlehemkirche in Neuendorf
     
1900   Einweihung des Nowaweser Rathauses
     
1903/04   Höherlegung der Eisenbahntrasse durch Nowawes und Neuendorf
     
1900-1906   Bau des Teltowkanales
     
1905   Bau der katholischen Kapelle mit Pfarrhaus Einweihung der Kirche des Oberlinhauses Eröffnung einer höheren Schule für Mädchen (Beethoven-Lyzeum) in der Lindenstraße (Rudolf-Breitscheid-Straße)
     
1906   Fertigstellung und Eröffnung des Taubstummblindenheims des Oberlinhauses
     
1906/07   Einweihung der Omnisbuslinie zwischen Potsdam und Nowawes Verlegung der Kanalisation in Neuendorf und Nowawes
     
1908   Vereinigung von Nowawes und Neuendorf unter dem Namen „Nowawes“
     
1908   Bau des Rathauses in Neubabelsberg Eröffnung der Straßenbahnlinie Potsdam-Nowawes
     
1909   Eröffnung des ersten Kinos in der Auguststraße (Tuchmacher Straße)
     
1911/13   Umzug der Berliner Sternwarte nach Neubabelsberg
     
1911   Einweihung des Realgymnasiums, der „Althoffschule“ , in der Yorckstraße (Kopernikusstraße) Umzug der deutschen Film-Bioscop-Filmgesellschaft von Berlin nach Nowawes
     
1913   Bau des Bahnhofs Nowawes (heute: S-Bahnhof Babelsberg)
     
1917   Gründung der UFA (Universum-Film-AG)
     
1921   Übernahme des Babelsberger Geländes durch die UFA in Folge ihrer Fusion mit der Decla-Bioscop.
     
1922   Gründung der weltlichen „Sammelschule“ in Nowawes (heute: Bruno-H.-Bürgel-Schule)
     
1924   Nowawes erhält Stadtrecht. Die neue Stadt zählt 26 625 Einwohner. Eingemeindung Klein-Glienickes nach Neubabelsberg 1928
     
1931   Eröffnung des S-Bahn-Verkehrs Berlin-Potsdam Eröffnung der ersten Lehrwerkstätten für Behinderte und einer orthopädischen Klinik im Oberlinhaus
     
1933-45   Widerstand der Bekennenden Kirche um Pfarrer Viktor Hasse gegen den Nationalsozialismus
     
1933   Protestmarsch gegen die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler vom Friedrich-Kirch-Platz zum Potsdamer Stadtschloss (30. Januar)
     
1934   Weihe der katholischen St. Antoniuskirche Ermordung des ehemaligen Reichskanzler General Kurt v. Schleicher in seiner Villa in Neubabelsberg durch die SS Vereinigung von Neubabelsberg mit Nowawes, Umbenennung in Babelsberg (1. April)
     
1939   Eingemeindung Babelsbergs nach Potsdam (1. April)
     
1940   Erster Bombenabwurf auf Babelsberg (21./22. Juni). Beginn der Errichtung von Fremdarbeiterlagern Kasernierung der Potsdamer/ Babelsberger Juden in der Bergstraße 1 (Spitzweggasse) bis zu ihrer Deportation in die Vernichtungslager
     
1941   Beschädigung der Neuendorfer Bethlehemkirche durch einen Bombenangriff
     
1942/43   Deportation der Babelsberger und Potsdamer Juden vor allem nach Riga
     
1945   Luftangriff der Royal Air Force auf Potsdam und Babelsberg (14. April) Einmarsch der Roten Armee in Babelsberg (24. April)
     
1945   Während der Verhandlungen zum Potsdamer Abkommen (17. Juli – 2.August) wohnen Stalin, Truman, Churchill bzw. sein Nachfolger Attlee mit ihren Delegationen in der Villenkolonie Neubabelsberg.
     
1946   Übergabe der Lizenz durch die SMA an die DEFA (ab 1952 VEB DEFA-Studio für Spielfilme)
     
1949   Eröffnung der Obuslinie zwischen Goetheplatz und Drewitz-Ort Einweihung der Kinderklinik in Babelsberg in der Aue
     
1952   Sprengung der Reste der im Krieg mehrfach zerstörten Bethlehemkirche
     
1953   Gründung der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften
     
1954   Gründung der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Babelsberg, (ab 1969 Hochschule für Film und Fernsehen der DDR, später HFF „Konrad Wolf“)
     
1956   Umgestaltung des Babelsberger Rathauses zum Kulturhaus
     
1961   Bau der Mauer, Installierung der Grenzanlagen im Park Babelsberg, am Ufer des Griebnitzsees, in Klein-Glienicke und Kohlhasenbrück. Klein-Glienicke und Teile Babelsbergs werden sogenanntes Grenzgebiet und sind nur mit Sondergenehmigung zu erreichen.
     
1963   Einzug des Museums für Ur- und Frühgeschichte in das Babelsberger Schloss. Beginn der Produktion der ersten Diesellokomotiven der Baureihe V 180 im VEB Lokomotivbau Karl-Marx Babelsberg
     
1970/75   Bau des Wohnkomplexes Gluckstraße
     
1972   Baubeginn des Wohnkomplexes Zentrum-Ost (Fertigstellung 1987)
     
1985   Eröffnung der neuen Straßenbahnlinie von Babelsberg über Zentrum-Ost nach Potsdam
     
1988/89   Bau des Neubaugebietes Drewitz
     
1989   Proteste gegen die gefälschten Kommunalwahlen in der Friedrichskirche (ab Mai). Protestveranstaltungen des „Neuen Forums“, Friedensgebete und politische Informationsveranstaltungen in der Friedrichskirche und auf dem Weberplatz (September/Oktober).
     
1991   Einzug von Fakultäten der neu gegründeten Universität Potsdam in die Gebäude der ehemaligen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften Aufnahme von Schloss und Park Babelsberg in die Welterbeliste der UNESCO.
     
1992   Einweihung des Comenius-Denkmals vor der Friedrichskirche Wiederaufnahme des durch die Schließung der Grenze 1961 unterbrochenen S-Bahn-Verkehrs zwischen Babelsberg und Berlin Verkauf des DEFA-Geländes durch die Treuhand, Gründung der „Studio Babelsberg GmbH“, Nutzung des Areals durch Firmen der Medienbranche .
     
1993   Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Festsetzung der Sanierungsgebiete Babelsberg-Nord und Babelsberg-Süd Gründung des Filmparks Babelsberg Verkauf der Maschinenbau GmbH Babelsberg ( vorher VEB Lokomotivbau Karl-Marx Babelsberg) durch die TLG an die GIP(Gewerbe im Park) Verwaltungs- GmbH, die Stadt Potsdam und die Maximum Industrie- und Gewerbe-Holding GmbH Erstes Böhmisches Weberfest, initiiert durch den Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V.
     
1994   Einstellung des Obusverkehrs in Babelsberg
     
1995   Abschluss der Umgestaltungsarbeiten des Weberplatzes
     
1996   Eröffnung des Stern-Centers als größte Einkaufseinrichtung in Potsdam
     
2000   Übergabe des Neubaus des Astrophysikalischen Instituts auf dem Gelände der Sternwarte Babelsberg Eröffnung des 3 ha großen Nutheparks am Wohngebiet „Zentrum Ost“ und seine Einbeziehung in die „Orte am Fluss“ im Rahmen der BUGA
     
2001   Grundsteinlegung für das Hasso-Plattner-Institut für Software-Systemtechnik (HPI) Eröffnung des Deutschen Rundfunkarchivs in einem Neubau in der Medienstadt durch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse
     
2001   Beginn des Wiederaufbaus der Ruine der Neuendorfer Kirche (Oktogon) am Neuendorfer Anger auf Initiative des Fördervereins Alte Neuendorfer Kirche und Neuendorfer Anger e.V. Eröffnung des Geschäftssitzes der Friedrich-Naumann-Stiftung im so genannten Truman-Haus
     
2002   Erste Christvesper nach 103 Jahren in der Neuendorfer Kirche (Oktogon) 2003 Bau des Theodor-Hoppe-Wegs zwischen Schornsteinfegergasse und Rudolf- Breitscheid-Straße
     
2006   Provisorische Wiederinbetriebnahme des Geysirs in der Havel vor dem Schloss Babelsberg